Aktivierungsfachperson HF für die Teamleitung Aktivierung 60–100%
BE · Uettligen · Stiftung Hofmatt Uettligen
Berufslexikon
Als Aktivierungsfachperson HF hilfst du älteren Menschen sowie Erwachsenen mit Einschränkungen oder chronischen Erkrankungen, ihre körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und wo nötig neu aufzubauen. Mit gezielten Aktivitäten wie Gedächtnistraining, Bewegung, Musik oder gestalterischem Arbeiten bringst du Struktur, Freude und Sinn in den Alltag deiner Klientinnen und Klienten. Du arbeitest ressourcenorientiert, gehst auf individuelle Interessen ein und förderst die Selbstständigkeit, statt Menschen etwas abzunehmen. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gerne mit älteren oder beeinträchtigten Personen arbeiten, kreativ sind und gleichzeitig strukturiert und einfühlsam vorgehen. Da du oft koordinierend mit Pflege, Angehörigen und Freiwilligen zusammenarbeitest, bringst du zudem Kommunikationsstärke und Teamgeist mit.
Aktivierungsfachpersonen HF gestalten den Alltag von älteren oder beeinträchtigten Menschen aktiv mit und geben ihm Struktur. Sie planen und führen Einzel- und Gruppenangebote durch, die auf die Ressourcen, Interessen und Bedürfnisse der jeweiligen Person abgestimmt sind. Dabei setzen sie musische, gestalterische, kognitive und bewegungsorientierte Methoden ein, etwa Gedächtnistraining, Handarbeiten, Musizieren, Kochen oder Bewegungsangebote. Sie beobachten und dokumentieren die Entwicklung ihrer Klientinnen und Klienten und passen die Angebote laufend an. Zudem koordinieren sie die Zusammenarbeit mit Pflegefachpersonen, weiterem Betreuungspersonal, Angehörigen und Freiwilligen. So tragen sie wesentlich zur Lebensqualität und Selbstbestimmung der betreuten Personen bei.
Tagdienst · Alters- und Pflegeheim
Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.
Aktivierungsfachpersonen HF arbeiten meist tagsüber in einem regelmässigen Rhythmus, häufig zwischen 08:00 und 17:00 Uhr, ohne klassischen Schichtbetrieb wie in der Pflege. Je nach Institution gehören einzelne Einsätze am Wochenende oder an Feiertagen dazu, etwa wenn spezielle Anlässe oder Festtage begleitet werden. Teilzeitpensen sind in diesem Beruf weit verbreitet, viele Stellen werden mit 60 bis 100 Prozent ausgeschrieben. Abend- oder Nachtdienste sind eher selten und kommen vor allem in stationären Institutionen mit ausgedehntem Betreuungsangebot vor.
Der Lohn einer Aktivierungsfachperson HF hängt vor allem von der Berufserfahrung, der Institution und dem Kanton ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Bruttolöhne pro Monat entlang der Berufslaufbahn.
| Stufe | Bruttolohn |
|---|---|
| Ausbildung | CHF 1'700-2'100 brutto pro Monat |
| Berufseinstieg | CHF 5'400-5'900 brutto pro Monat |
| Mit einigen Jahren Berufserfahrung | CHF 5'900-6'700 brutto pro Monat |
| In Spezial- oder Führungsfunktion | CHF 6'200-7'200 brutto pro Monat |
Zusätzlich zum Grundlohn sind je nach Institution folgende Zulagen üblich:
Die Angaben sind Richtwerte, effektive Löhne können je nach Arbeitgeber, Kanton und Gesamtarbeitsvertrag abweichen.
Aktivierungsfachpersonen HF tragen in der Regel keine klassische Pflegeuniform, sondern eigene, bequeme und praktische Kleidung, die freie Bewegung erlaubt und auch bei kreativen oder handwerklichen Tätigkeiten nichts ausmacht, wenn sie schmutzig wird. Manche Institutionen stellen dennoch eine einheitliche Berufskleidung oder zumindest ein Namensschild zur Verfügung, damit die Aktivierungsfachperson für Bewohnende und Angehörige gut erkennbar ist. Wichtig ist vor allem geschlossenes, rutschfestes Schuhwerk, da viele Angebote mit Bewegung oder im Aussenbereich stattfinden. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Kochen, Werken oder Gartenarbeit kommt zusätzliche Schutzkleidung wie eine Schürze zum Einsatz.
Die Ausbildung zur Aktivierungsfachperson HF dauert 3 Jahre und wird an einer Höheren Fachschule absolviert. Sie kombiniert Theorieunterricht mit umfangreichen Praxiseinsätzen in Institutionen des Gesundheits- und Sozialwesens, wobei die Praxis rund 60 Prozent der Ausbildungszeit ausmacht. Im Verlauf der Ausbildung wechseln die Studierenden in der Regel einmal den Praxisbereich oder die Institution, um verschiedene Arbeitsfelder kennenzulernen. Die Ausbildung schliesst mit einer dreiteiligen Diplomprüfung ab, die Praxis, Theorie und eine Diplomarbeit umfasst.
Die Nachfrage nach qualifizierten Aktivierungsfachpersonen HF steigt aufgrund der demografischen Alterung und der wachsenden Bedeutung von Aktivierung und Alltagsgestaltung in der Langzeitpflege kontinuierlich an.
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Der Zugang zur Ausbildung erfolgt in der Regel über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, einen Fachmittelschulausweis oder eine Maturität, ergänzt durch das Bestehen des schulinternen Eignungsverfahrens. Die dreijährige Vollzeitausbildung an einer Höheren Fachschule verbindet Unterrichtstage mit mehreren Praxistagen pro Woche in einer Institution, wobei die Studierenden während dieser Zeit bereits einen Ausbildungslohn erhalten. Ergänzend zu Schule und Praxis gehört ein bedeutender Anteil Selbststudium zur Ausbildung. Am Ende steht eine dreiteilige Diplomprüfung mit Praxisnachweis, theoretischer Prüfung und einer praktischen Diplomarbeit.
Aktivierungsfachpersonen HF arbeiten vor allem in Alters- und Pflegeheimen, Pflegezentren, psychiatrischen Kliniken und Institutionen für Menschen mit Behinderung. Auch Spitäler mit geriatrischer Abteilung sowie Tagesheime und Tageskliniken beschäftigen Aktivierungsfachpersonen für die aktivierende Alltagsgestaltung ihrer Klientinnen und Klienten.
Nach dem Diplomabschluss stehen Aktivierungsfachpersonen HF verschiedene Wege zur fachlichen Vertiefung oder für den nächsten Karriereschritt offen. Je nach Interesse führt der Weg in Richtung Spezialisierung, Führung oder ein weiterführendes Studium.
Weiterbildungen in Bereichen wie Demenzbetreuung, Palliative Care oder spezifischen Aktivierungsmethoden vertiefen das Fachwissen für bestimmte Klientengruppen.
Kurse in Teamführung, Betriebswirtschaft oder Projektmanagement bereiten auf Leitungsfunktionen im Aktivierungsbereich vor.
Ein Studium, zum Beispiel in Sozialer Arbeit oder Gesundheitsförderung, eröffnet zusätzliche fachliche und berufliche Perspektiven.
Die Ausbildung dauert 3 Jahre in Vollzeit und wird an einer Höheren Fachschule absolviert. Sie kombiniert Theorieunterricht mit umfangreichen Praxiseinsätzen in Institutionen.
In der Regel wird ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, ein Fachmittelschulausweis oder eine Maturität vorausgesetzt, zusätzlich muss das Eignungsverfahren der jeweiligen Höheren Fachschule bestanden werden.
Der Einstiegslohn liegt bei rund CHF 5'400-5'900 brutto pro Monat, mit Berufserfahrung oder in Führungsfunktion sind entsprechend höhere Löhne möglich.
Ein Quereinstieg ist möglich, sofern die schulischen Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind und ein Praktikumsplatz in einer anerkannten Institution gefunden wird. Vorkenntnisse aus einem sozialen oder pflegerischen Beruf sind von Vorteil, aber nicht zwingend.
Die meisten Stellen finden sich in Alters- und Pflegeheimen sowie Pflegezentren, aber auch in psychiatrischen Kliniken, Behinderteninstitutionen, Spitälern und Tagesheimen.