Berufslexikon
Fachfrau/-mann Betriebsunterhalt EFZ
Eine Fachperson Betriebsunterhalt EFZ sorgt dafür, dass Gebäude, Anlagen und Aussenbereiche einwandfrei funktionieren und gepflegt sind. Je nach Fachrichtung Hausdienst oder Werkdienst überwacht sie die Haustechnik, führt kleinere Reparaturen aus, reinigt und pflegt Gebäude sowie Grünanlagen oder hält Strassen und Wege instand. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis und findet zu jeder Jahreszeit drinnen wie draussen statt. Er eignet sich für praktisch veranlagte Menschen, die gerne selbstständig anpacken, Verantwortung übernehmen und Freude an Vielseitigkeit haben. Besonders in sozialen und gesundheitsnahen Institutionen wie Heimen oder Spitälern trägt die Fachperson Betriebsunterhalt massgeblich zu einer sicheren und angenehmen Umgebung für Bewohnende, Patientinnen und Patienten sowie Personal bei.
Das macht eine Fachperson Betriebsunterhalt
Fachpersonen Betriebsunterhalt halten Gebäude, technische Anlagen und Aussenbereiche in Schuss. Im Hausdienst liegt der Schwerpunkt auf der Reinigung und Pflege von Gebäuden sowie der Überwachung von Heizung, Lüftung, Sanitär und weiterer Haustechnik. Im Werkdienst stehen der Unterhalt von Strassen, Wegen und Grünanlagen sowie der Winterdienst im Vordergrund. Kleinere Reparaturen und Störungsbehebungen an Anlagen, Geräten und Fahrzeugen gehören ebenso zum Alltag wie die fachgerechte Entsorgung von Abfällen. Da sie häufig in Institutionen mit viel Publikumsverkehr arbeiten, sind Fachpersonen Betriebsunterhalt auch erste Ansprechpersonen bei technischen Problemen. Sie arbeiten meist in kleinen Teams, teilweise aber auch selbstständig.
Typische Aufgaben
- Haustechnische Anlagen wie Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrogeräte kontrollieren und warten
- Kleinere Reparaturen ausführen und Störungen beheben
- Gebäude, Betriebsareale und Grünanlagen reinigen und pflegen
- Wege, Strassen und Aussenanlagen instand halten, inklusive Winterdienst
- Maschinen, Geräte und Kleinfahrzeuge bedienen, reinigen und warten
- Materialbestände prüfen, Abfälle fachgerecht entsorgen und administrative Aufgaben erledigen
Ein Tag als Fachperson Betriebsunterhalt
Tagesdienst · Alters- und Pflegeheim
- Ankunft im Werkhof, Tagesrapport und Einteilung der Arbeiten mit dem Team
- Kontrollgang durch die Haustechnik, zum Beispiel Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen prüfen
- Kleinere Reparaturen ausführen, etwa eine Tür einstellen oder eine Lampe ersetzen
- Kurze Pause
- Reinigungs- und Pflegearbeiten in Gemeinschaftsräumen und Gängen
- Pflege der Aussenanlagen wie Garten, Wege und Sitzplätze
- Mittagspause
- Wartung und Reinigung von Maschinen und Geräten
- Materialbestand prüfen, Bestellungen auslösen und Abfall entsorgen
- Serviceaufträge bearbeiten und Rückmeldung an die Heimleitung geben
- Abschlussrapport erstellen und Materiallager aufräumen
Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.
Arbeitszeiten
Fachpersonen Betriebsunterhalt arbeiten meist in einer regelmässigen Tagesschicht von Montag bis Freitag, oft mit gleitenden Arbeitszeiten. In Institutionen mit Sonntags- oder Feiertagsbetrieb wie Spitälern, Heimen oder Sportanlagen können jedoch Wochenenddienste oder Pikettbereitschaft für Notfälle anfallen. Die Wochenarbeitszeit liegt üblicherweise bei 41 bis 42 Stunden. Teilzeitpensen sind je nach Institution möglich, insbesondere im Hausdienst kleinerer Betriebe.
Gehalt
Der Lohn als Fachperson Betriebsunterhalt EFZ hängt von der Berufserfahrung, dem Arbeitgeber, der Region und einer allfälligen Führungs- oder Spezialfunktion ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Bruttolöhne pro Erfahrungsstufe.
| Stufe | Bruttolohn |
|---|---|
| Ausbildung | CHF 650-1'300 pro Monat |
| Berufseinstieg | CHF 4'700-5'000 brutto pro Monat |
| Mit einigen Jahren Berufserfahrung | CHF 5'800-6'500 brutto pro Monat |
| In Spezial- oder Führungsfunktion | CHF 6'500-7'500 brutto pro Monat |
Zulagen und Zusatzleistungen
Je nach Arbeitgeber und Einsatzbereich kommen zum Grundlohn folgende Zulagen dazu:
- Pikettentschädigung für Notfalleinsätze ausserhalb der regulären Arbeitszeit
- Zulagen für Einsätze an Wochenenden oder Feiertagen
- Kleiderentschädigung, sofern keine vollständige Arbeitskleidung gestellt wird
- 13. Monatslohn, in vielen Institutionen des öffentlichen Sektors üblich
Alle Angaben sind Richtwerte, die effektive Entlöhnung variiert je nach Arbeitgeber, Kanton und geltendem Gesamtarbeitsvertrag.
Arbeitskleidung
Die Arbeitskleidung wird in der Regel vom Arbeitgeber gestellt und besteht aus robuster, waschbeständiger Berufsbekleidung wie Overall oder Arbeitshose und -jacke, ergänzt durch Sicherheitsschuhe. Für Arbeiten im Freien kommt zusätzlich wetterfeste Kleidung zum Einsatz, da Fachpersonen Betriebsunterhalt bei jeder Witterung draussen im Einsatz stehen. Beim Umgang mit Maschinen, Reinigungsmitteln oder chemischen Stoffen wird zusätzliche persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schutzbrille oder Atemschutz getragen. Institutionen im Gesundheits- und Sozialbereich legen zudem Wert auf ein sauberes, gepflegtes Erscheinungsbild, da der Kontakt mit Bewohnenden, Patientinnen und Patienten oder Klientinnen und Klienten häufig ist.
Berufsaussichten & Arbeitsmarkt
Ausbildung
Die berufliche Grundbildung zur Fachperson Betriebsunterhalt EFZ dauert 3 Jahre und wird dual absolviert, das heisst mit praktischer Ausbildung im Lehrbetrieb, Unterricht an der Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen. Gewählt wird eine Fachrichtung, meist Hausdienst oder Werkdienst, teilweise auch mit Schwerpunkt Sportanlagen. Erwachsene mit mehrjähriger einschlägiger Praxiserfahrung können den Abschluss auch über eine verkürzte Nachholbildung gemäss Art. 32 BBV erlangen. Als niederschwelligere Variante steht die 2-jährige Grundbildung Unterhaltspraktiker/in EBA offen.
Ausbildungsinstitutionen
- Gewerbliche Berufsfachschule Wetzikon (GBW) Wetzikon ZH
- Berufsbildungszentrum BBZ Liestal, Muttenz und Pratteln Liestal, Muttenz und Pratteln BL
- Ausbildungszentrum Mittelland des Schweizerischen Fachverbandes Betriebsunterhalt (SFB) Effretikon ZH und Schaffhausen
- Berufsbildung Brüggli, Unterhalt & Technik Romanshorn TG
Offene Stellen in diesem Beruf
So wirst du Fachperson Betriebsunterhalt
Der Zugang zur Ausbildung erfolgt nach der obligatorischen Schule, in der Regel über eine Schnupperlehre und ein Bewerbungsverfahren beim Lehrbetrieb. Die 3-jährige duale Grundbildung EFZ kombiniert praktische Arbeit im Betrieb mit Unterricht an der Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen, welche unter anderem vom Schweizerischen Fachverband Betriebsunterhalt SFB angeboten werden. Je nach gewählter Fachrichtung Hausdienst oder Werkdienst liegen die Schwerpunkte unterschiedlich, die Grundlagen aus beiden Bereichen werden aber vermittelt. Erwachsene mit mehrjähriger Berufspraxis im Feld können den Abschluss über eine verkürzte Nachholbildung erlangen.
Offene Lehrstellen
Lehrstelle als Fachfrau / Fachmann Betriebsunterhalt EFZ
ZH · Zürich · Tertianum Residenz Im Brühl
Lehrstelle Fachfrau / Fachmann Betriebsunterhalt EFZ oder Unterhaltspraktiker/in EBA
SO · Grenchen · rodania Stiftung
Anforderungen
- Handwerkliches Geschick und praktisch-technisches Verständnis
- Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
- Körperliche Belastbarkeit und Wetterfestigkeit
- Freude an vielseitiger, praktischer Arbeit drinnen und draussen
- Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit unterschiedlichen Menschen
- Selbstständigkeit und Organisationstalent
Arbeitgeber
Fachpersonen Betriebsunterhalt finden Anstellungen bei Gemeindeverwaltungen und Werkhöfen, in Schulen und Sportanlagen sowie in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen. Weitere Arbeitgeber sind Liegenschaftsverwaltungen, Reinigungsfirmen, Kirchen und Grossbetriebe mit eigenem technischem Dienst. Gerade in sozialen und gesundheitsnahen Institutionen ist der Beruf gefragt, da ein reibungsloser Betrieb von Gebäuden und Anlagen dort direkt zum Wohlbefinden von Bewohnenden und Patientinnen und Patienten beiträgt.
Weiterbildungen & Aufstiegsmöglichkeiten
Nach der Grundbildung stehen Fachpersonen Betriebsunterhalt EFZ gute Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten offen. Wer sich im Hausdienst spezialisiert hat, kann sich Richtung Facility Management weiterentwickeln, wer im Werkdienst tätig war, oft Richtung Strassenunterhalt und Werkhofleitung.
Weitere Wege mit diesem Beruf
Berufsprüfung (BP)
Mit Schwerpunkt Hausdienst führt der Weg zu Hauswart/in mit eidgenössischem Fachausweis oder Instandhaltungsfachmann/-frau mit eidgenössischem Fachausweis, mit Schwerpunkt Werkdienst zu Strassenunterhalts-Polier/in mit eidgenössischem Fachausweis.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Wer noch weiter gehen möchte, kann sich zum Hausmeister beziehungsweise zur Hausmeisterin HFP oder zur Leiterin beziehungsweise zum Leiter Facility Management und Maintenance HFP weiterbilden.
Höhere Fachschule (HF)
Auch eine Weiterbildung an einer Höheren Fachschule ist möglich, etwa in Richtung Gebäudetechnik oder Facility Management.
Fachhochschule
Bei entsprechender Zulassung steht mit ausreichender Praxis auch ein Bachelorstudium im Bereich Facility Management an einer Fachhochschule offen.
Aufstiegsmöglichkeiten
- Hauswart/in mit eidgenössischem Fachausweis
- Instandhaltungsfachmann/-frau mit eidgenössischem Fachausweis
- Strassenunterhalts-Polier/in mit eidgenössischem Fachausweis
- Leiter/in Facility Management
- Werkhofleiter/in oder Teamleiter/in Betriebsunterhalt
- Technische/r Kaufmann/-frau mit eidgenössischem Fachausweis
Häufige Fragen
Kann ich die Ausbildung auch als Erwachsene oder Erwachsener nachholen?
Ja, mit mehrjähriger einschlägiger Berufspraxis ist der Abschluss über eine verkürzte Nachholbildung gemäss Art. 32 BBV möglich. Voraussetzung sind entsprechende berufskundliche und allgemeinbildende Kenntnisse.
Was ist der Unterschied zwischen Hausdienst und Werkdienst?
Im Hausdienst liegt der Fokus auf Gebäudereinigung, -pflege und Haustechnik, meist eher drinnen. Im Werkdienst stehen der Unterhalt von Strassen, Wegen und Grünanlagen sowie der Winterdienst im Vordergrund, meist eher draussen.
Wie viel verdient man als Fachperson Betriebsunterhalt EFZ?
Der Einstiegslohn liegt bei rund CHF 4'700-5'000 brutto pro Monat. Mit Berufserfahrung oder in einer Spezial- beziehungsweise Führungsfunktion sind deutlich höhere Löhne möglich.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Lehre?
Beliebte Wege sind die Berufsprüfung zur Hauswartin oder zum Hauswart mit eidgenössischem Fachausweis sowie höhere Fachprüfungen im Facility Management. Auch eine Weiterbildung an einer Höheren Fachschule oder Fachhochschule ist möglich.
Muss ich bei jedem Wetter draussen arbeiten?
Ein Teil der Arbeit findet ganzjährig im Freien statt, insbesondere im Werkdienst und bei der Pflege von Aussenanlagen sowie im Winterdienst. Im Hausdienst überwiegt hingegen die Arbeit in Gebäuden.