Fachperson der offenen Jugendarbeit 50 % oder zwei Fachpersonen 20 – 30 %
ZH · Zürich · Verein OJA Offene Jugendarbeit Zürich
Berufslexikon
Fachpersonen für Jugendarbeit gestalten im Auftrag von Gemeinden oder Trägervereinen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Freizeit-, Beratungs- und Beteiligungsangebote für Kinder und Jugendliche. Sie betreiben Jugendtreffs und Jugendzentren, sind im öffentlichen Raum unterwegs und begleiten junge Menschen niederschwellig in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gerne mit Jugendlichen auf Augenhöhe arbeiten, Beziehungen aufbauen und gleichzeitig organisatorische sowie konzeptionelle Aufgaben übernehmen. Eine eigenständige, staatlich geregelte Grundausbildung zur Fachperson Jugendarbeit gibt es in der Schweiz nicht, der Zugang erfolgt über eine Ausbildung in Sozialer Arbeit, Sozialpädagogik oder Soziokultureller Animation.
Fachpersonen für Jugendarbeit betreiben niederschwellige Treffpunkte, an denen sich Kinder und Jugendliche ohne Anmeldung aufhalten, austauschen und ihre Freizeit gestalten können. Sie planen und begleiten Projekte, Workshops, Lager sowie kulturelle oder sportliche Anlässe, die auf die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Altersgruppe abgestimmt sind. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Beziehungsarbeit: Sie hören zu, beraten in Krisensituationen und vermitteln bei Bedarf an Fachstellen wie Schulsozialarbeit, Suchtberatung oder Jugendanwaltschaft weiter. Sie arbeiten oft aufsuchend im öffentlichen Raum, etwa an Treffpunkten von Jugendlichen im Quartier, und pflegen den Kontakt zu Schulen, Vereinen und Behörden. Daneben gehören konzeptionelle und administrative Arbeiten wie Projektberichte, Budgetplanung oder Öffentlichkeitsarbeit zum Alltag. Partizipation ist zentral: Kinder und Jugendliche werden aktiv in die Gestaltung der Angebote miteinbezogen.
Nachmittags- und Abenddienst · Kommunale Kinder- und Jugendfachstelle mit Jugendtreff
Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.
Die Arbeitszeiten in der Jugendarbeit richten sich stark nach den Bedürfnissen der Zielgruppe und liegen deshalb häufig am Nachmittag, am Abend und teilweise am Wochenende. Viele Stellen sind nach Jahresarbeitszeit organisiert, sodass sich ruhigere Phasen etwa in den Schulferien mit intensiveren Einsätzen bei Anlässen und Lagern abwechseln. Teilzeitpensen zwischen 20 und 80 Prozent sind in diesem Berufsfeld weit verbreitet und werden von vielen Gemeinden und Trägervereinen aktiv angeboten. Feste Einsätze am Freitag- oder Samstagabend gehören für viele Fachpersonen zum festen Bestandteil des Pensums.
Der Lohn richtet sich vor allem nach der zugrunde liegenden Ausbildung, dem Pensum, der Trägerschaft und dem jeweiligen Gemeinde- oder Gesamtarbeitsvertrag. Die folgende Tabelle zeigt typische Bruttolöhne pro Monat bei einem Vollzeitpensum je Erfahrungsstufe.
| Stufe | Bruttolohn |
|---|---|
| Ausbildung | CHF 3'500-4'500 brutto pro Monat |
| Berufseinstieg | CHF 5'800-6'800 brutto pro Monat |
| Mit einigen Jahren Berufserfahrung | CHF 6'800-7'800 brutto pro Monat |
| In Spezial- oder Führungsfunktion | CHF 7'800-9'500 brutto pro Monat |
Je nach Gemeinde oder Trägerschaft kommen zum Grundlohn weitere Entschädigungen hinzu, etwa für:
Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Gemeinde, Kanton, Trägerschaft und Pensum deutlich abweichen.
Für Fachpersonen der Jugendarbeit gibt es keine vorgeschriebene Berufskleidung oder Uniform. Da die Arbeit viel Bewegung im Jugendtreff, im öffentlichen Raum und bei Freizeitanlässen umfasst, wird meist praktische, robuste und wetterfeste Alltagskleidung getragen. Manche Trägerschaften stellen T-Shirts, Hoodies oder Jacken mit Institutionslogo zur Verfügung, damit die Fachpersonen bei der aufsuchenden Arbeit im Quartier für Jugendliche gut erkennbar sind. Bei Lagern, Sportanlässen oder handwerklichen Projekten wird je nach Tätigkeit zusätzliche funktionale Kleidung oder Schutzausrüstung benötigt. Bei Kontakten mit Behörden, Eltern oder Schulen wird ein gepflegtes, unaufdringliches Auftreten erwartet.
Ein eigenständiger, staatlich geregelter Abschluss zur Fachperson Jugendarbeit existiert in der Schweiz nicht. Der Zugang erfolgt in der Regel über ein Vollzeitstudium in Sozialpädagogik HF, Soziokultureller Animation FH oder Sozialer Arbeit FH von jeweils 3 Jahren, oder über die berufsbegleitende Variante Sozialpädagogik HF von 4 Jahren neben einer Anstellung im Sozialbereich. Wer bereits über eine vergleichbare Ausbildung oder mehrjährige Praxiserfahrung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit verfügt, kann gemäss den Standards des Dachverbands Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz DOJ auch über eine gezielte Nachqualifizierung in den Beruf einsteigen.
ZH · Zürich · Verein OJA Offene Jugendarbeit Zürich
Der Einstieg in die Jugendarbeit führt über ein Studium in Sozialpädagogik HF, Soziokultureller Animation FH oder Sozialer Arbeit FH, das theoretische Ausbildung mit umfangreichen Praxiseinsätzen kombiniert. Im Vollzeitmodell dauert die Ausbildung 3 Jahre, im berufsbegleitenden Modell der Sozialpädagogik HF 4 Jahre bei gleichzeitiger Anstellung von mindestens 50 Prozent im Berufsfeld. Nach Abschluss der Grundausbildung bewerben sich Interessierte gezielt auf Stellen bei Gemeinden, Fachstellen oder Trägervereinen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ein Quereinstieg mit vergleichbarer Ausbildung, etwa in Diakonie oder Sozialer Arbeit, ist möglich, sofern eine Nachqualifizierung gemäss den Standards des DOJ erfolgt.
NW · Stans · Gemeinde Stans
Fachpersonen für Jugendarbeit sind hauptsächlich bei Gemeinden, kommunalen Kinder- und Jugendfachstellen sowie bei Trägervereinen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit angestellt. Je nach Region kommen auch Quartierzentren, regionale Jugendfachstellen oder Projekte der Gemeinwesenarbeit als Arbeitgeber infrage.
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit bietet vielfältige Wege zur fachlichen Vertiefung und für den Aufstieg in Führungs- oder Fachfunktionen. Weiterbildungen reichen von thematischen Spezialisierungen bis zu Studiengängen auf Masterstufe.
Fachpersonen können sich beispielsweise auf Gewaltprävention, Medienpädagogik, interkulturelle Arbeit oder Sozialraumarbeit spezialisieren und entsprechende CAS- oder Fachkurse besuchen.
Mit einem CAS oder DAS in Leadership und Management übernehmen Fachpersonen die Leitung von Jugendfachstellen oder Trägervereinen und tragen Personal- und Budgetverantwortung.
Wer sich wissenschaftlich vertiefen oder in Forschung, Lehre oder Konzeptarbeit tätig werden möchte, kann ein Masterstudium in Sozialer Arbeit anschliessen.
Erfahrungen in der Jugendarbeit erleichtern den Wechsel in verwandte Felder wie Schulsozialarbeit, Gemeinwesenarbeit oder die Arbeit in sozialpädagogischen Institutionen.
Nein, in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gibt es keinen eigenständigen, staatlich geregelten Abschluss. Der Zugang erfolgt über eine Ausbildung in Sozialpädagogik HF, Soziokultureller Animation FH oder Sozialer Arbeit FH.
Ja, mit vergleichbarer Ausbildung oder mehrjähriger Praxiserfahrung im Sozialbereich ist ein Quereinstieg über eine gezielte Nachqualifizierung gemäss den Standards des DOJ möglich.
Der Lohn liegt beim Berufseinstieg meist zwischen CHF 5'800 und 6'800 brutto pro Monat bei einem Vollzeitpensum und steigt mit Erfahrung und Verantwortung. Die genaue Höhe hängt stark von der Gemeinde und der Trägerschaft ab.
Viele Stellen in der Jugendarbeit sind bewusst klein dimensioniert und nach Jahresarbeitszeit organisiert, um die Abend- und Wochenendeinsätze flexibel abzudecken. Deshalb arbeiten viele Fachpersonen in einem Teilzeitpensum oder kombinieren mehrere Anstellungen.
Je nach Weg dauert die Ausbildung 3 Jahre im Vollzeitmodell oder 4 Jahre berufsbegleitend, jeweils inklusive umfangreicher Praxisanteile.