Dipl. Pflegefachfrau HF / Dipl. Pflegefachmann HF Akutstation Psychose
AG · Windisch · Psychiatrische Dienste Aargau AG
Berufslexikon
Als Pflegefachperson HF begleitest du Menschen aller Altersgruppen durch verschiedene Phasen einer Krankheit, einer Genesung oder auch während des Sterbens. Du planst und führst pflegerische Massnahmen eigenverantwortlich durch, stehst in engem Austausch mit Patientinnen, Patienten und deren Angehörigen und arbeitest im Team mit der Ärzteschaft sowie weiteren Gesundheitsfachpersonen zusammen. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gerne Verantwortung übernehmen, belastbar sind und echtes Interesse daran haben, andere in schwierigen Lebensphasen fachkundig zu unterstützen. Da die Ausbildung auf der Tertiärstufe angesiedelt ist, bringt sie neben der praktischen Pflegearbeit auch ein gutes Mass an Fachwissen und Eigenverantwortung mit sich.
Pflegefachpersonen HF tragen die fachliche Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess, von der Erfassung der Bedürfnisse über die Planung und Durchführung der Pflege bis zur Organisation von Austritten oder Übertritten. Sie bauen eine Vertrauensbeziehung zu den Patientinnen und Patienten auf und unterstützen sie dabei, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Auf ärztliche Anordnung übernehmen sie zudem medizinaltechnische Aufgaben wie das Verabreichen von Medikamenten oder das Legen von Infusionen. Im interprofessionellen Team koordinieren sie die Behandlung und sind für Angehörige oft die wichtigste Ansprechperson. Je nach Arbeitsort und Erfahrung übernehmen sie zudem Koordinations- und Anleitungsaufgaben für Lernende oder Studierende.
Frühdienst · Bettenstation in einem Spital
Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.
Pflegefachpersonen HF arbeiten in den meisten Institutionen im Schichtbetrieb mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten sowie regelmässigen Wochenend- und Feiertagseinsätzen. In der Spitex finden die Einsätze eher tagsüber statt, dafür oft unterwegs zu verschiedenen Klientinnen und Klienten. Teilzeitpensen sind in nahezu allen Institutionen üblich und werden von vielen Arbeitgebern aktiv gefördert, um die Arbeitsbelastung zu senken. Einzelne Spitäler bieten zudem flexible Arbeitszeitmodelle an, bei denen sich Mitarbeitende zwischen festen Diensten ohne Nachtarbeit und flexibleren, besser entschädigten Einsätzen entscheiden können.
Der Lohn einer Pflegefachperson HF hängt vor allem von Berufserfahrung, Institution, Kanton und einer allfälligen Spezialisierung oder Führungsfunktion ab. Die folgende Tabelle zeigt eine grobe Orientierung über die Lohnentwicklung.
| Stufe | Bruttolohn |
|---|---|
| Ausbildung | CHF 800-3'500 brutto pro Monat |
| Berufseinstieg | CHF 5'700-6'400 brutto pro Monat |
| Mit einigen Jahren Berufserfahrung | CHF 6'500-7'500 brutto pro Monat |
| In Spezial- oder Führungsfunktion | CHF 7'500-9'000 brutto pro Monat |
Je nach Institution und Gesamtarbeitsvertrag kommen zum Grundlohn verschiedene Zulagen hinzu, zum Beispiel:
Diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Arbeitgeber, Kanton und Gesamtarbeitsvertrag variieren können.
Die Arbeitskleidung wird Pflegefachpersonen HF in der Regel von der Institution gestellt und auch professionell gewaschen. Meist handelt es sich um einen Kasack in Kombination mit einer Hose aus pflegeleichtem, strapazierfähigem Material, das häufigem Waschen bei hohen Temperaturen standhält. Die Kleidung muss viel Bewegungsfreiheit bieten und gleichzeitig hygienischen Anforderungen genügen, da sie den ganzen Tag in engem Kontakt mit Patientinnen und Patienten getragen wird. Rutschhemmende, geschlossene Berufsschuhe gehören ebenfalls zur Standardausrüstung. Je nach Einsatzbereich kommt zusätzliche Schutzkleidung wie Einweghandschuhe, Schutzschürzen oder Atemschutzmasken zum Einsatz, etwa bei der Pflege von Patientinnen und Patienten mit Infektionen.
Die Ausbildung zur dipl. Pflegefachperson HF dauert als Vollzeitstudium 3 Jahre und kombiniert schulische Ausbildung mit Praxiseinsätzen in Spitälern, Pflegeheimen, psychiatrischen Kliniken oder der Spitex. Wer bereits über ein EFZ als Fachfrau oder Fachmann Gesundheit verfügt, kann die Ausbildung an vielen Schulen in einem verkürzten, meist zweijährigen Bildungsgang mit Betriebs- oder Schulanstellung absolvieren. Während der Ausbildung erhalten Studierende je nach Anstellungsform und Bildungsjahr eine Ausbildungsentschädigung.
In der Schweiz herrscht derzeit ein Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal, weshalb die Berufsaussichten sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor als gut gelten.
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Der Weg zur dipl. Pflegefachperson HF führt über eine Höhere Fachschule und setzt ein EFZ, eine Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität oder einen gleichwertigen Ausweis voraus. Vor der Aufnahme muss eine Eignungsabklärung bestanden werden, die je nach Schule aus einem Test, einem Praktikum und einem Gespräch besteht. Die Ausbildung dauert 3 Jahre in Vollzeit oder wird berufsbegleitend beziehungsweise als verkürzter Bildungsgang absolviert. Sie umfasst Pflege- und Humanwissenschaften, klinisches Fachwissen sowie umfangreiche Praxiseinsätze in verschiedenen Institutionen und schliesst mit einer Diplomarbeit oder einem praxisorientierten Projekt ab.
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Pflegefachpersonen HF arbeiten in Institutionen des Gesundheitswesens wie Spitälern, Pflegeheimen, psychiatrischen Kliniken, Rehabilitationskliniken oder bei der Spitex, wo sie Patientinnen und Patienten auch zu Hause betreuen. Mit den erforderlichen kantonalen Bewilligungen ist zudem eine selbstständige Tätigkeit möglich.
Pflegefachpersonen HF haben zahlreiche Möglichkeiten, sich fachlich zu spezialisieren oder in Führungsfunktionen hineinzuwachsen. Angeboten werden diese Weiterbildungen von Spitälern, Fachorganisationen, Berufsverbänden wie dem SBK sowie von höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten.
Mit einer Höheren Fachprüfung (HFP) können sich Pflegefachpersonen HF beispielsweise in Onkologiepflege, Diabetesfachberatung oder Infektionsprävention spezialisieren und so vertieftes Fachwissen in einem bestimmten Bereich der Pflege aufbauen.
Nachdiplomstudiengänge HF in Anästhesie-, Intensiv- oder Notfallpflege bereiten auf anspruchsvollere pflegerische Tätigkeiten in hochspezialisierten Bereichen vor.
Ein Bachelor of Science FH in Pflege vertieft das wissenschaftliche Fachwissen und öffnet Türen zu forschungsnahen oder konzeptionellen Aufgaben im Gesundheitswesen.
CAS-, DAS- oder MAS-Weiterbildungen in Management und Leadership bereiten gezielt auf Führungsaufgaben im Pflegebereich vor.
Ja, die Ausbildung steht grundsätzlich allen Personen mit einem EFZ, einer Maturität oder einem gleichwertigen Ausweis offen. Ein EFZ im Gesundheitsbereich ist keine Pflicht, kann bei einzelnen Schulen aber vorausgesetzt oder für einen verkürzten Bildungsgang genutzt werden.
Die Vollzeitausbildung dauert 3 Jahre, berufsbegleitend 3 bis 4 Jahre. Wer bereits als Fachfrau oder Fachmann Gesundheit EFZ arbeitet, kann die Ausbildung je nach Schule in 2 Jahren absolvieren.
Ja. Bei einer Schulanstellung erhalten Studierende je nach Bildungsjahr eine Ausbildungsentschädigung von rund CHF 800 bis 1'400 pro Monat, teilweise ergänzt durch kantonale Förderbeiträge. Bei einer Betriebsanstellung legt der Ausbildungsbetrieb die Höhe des Lohns individuell fest.
Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger können mit rund CHF 5'700 bis 6'400 brutto pro Monat rechnen. Der genaue Lohn hängt von Institution, Kanton und Gesamtarbeitsvertrag ab.
Ja, das EFZ Fachmann oder Fachfrau Gesundheit ist eine der häufigsten Vorbildungen für die Ausbildung Pflege HF und ermöglicht bei vielen Schulen einen verkürzten, entlohnten Bildungsgang von 2 Jahren.