Berufslexikon
Fachfrau / Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ
Fachpersonen Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ sorgen in Hotels, Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sowie weiteren Institutionen dafür, dass sich Gäste, Patientinnen und Bewohner rundum wohlfühlen. Sie reinigen und pflegen Zimmer sowie öffentliche Räume, kümmern sich um die Wäscheversorgung und wirken bei der Bewirtung von Gästen mit, etwa beim Frühstücksbuffet oder im Restaurant. Zudem übernehmen sie organisatorische Aufgaben wie die Bestellung von Material und die Kontrolle von Lagerbeständen. Der Beruf eignet sich für praktisch veranlagte Menschen, die gerne selbstständig arbeiten, Freude am Kontakt mit Menschen haben und ein Gespür für Sauberkeit, Ordnung und Gastfreundschaft mitbringen.
Das macht eine Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ
Fachpersonen Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ führen vielseitige hauswirtschaftliche Tätigkeiten in Heimen, Spitälern, Hotels und Gastrobetrieben aus. Im Zentrum steht die Betreuung der Gästezimmer, die zusammen mit weiteren Mitarbeitenden gereinigt und hergerichtet werden. In der Wäscherei oder Lingerie bereiten sie mit modernen Maschinen die anfallende Betriebs- und Privatwäsche auf, waschen, bügeln und flicken sie bei Bedarf. Im Bereich der Warenbewirtschaftung kontrollieren sie Lieferungen, ergänzen den Lagerbestand und geben Produkte an die verschiedenen Abteilungen weiter. Je nach Betrieb unterstützen sie zudem beim Service im Frühstücksraum oder Restaurant und übernehmen administrative Arbeiten im Back-Office. Ihre Arbeiten organisieren sie stets unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte.
Typische Aufgaben
- Gäste-, Patienten- und Bewohnerzimmer reinigen und pflegen
- Wäsche und Textilien waschen, bügeln, flicken und lagern
- Frühstück, Buffet und einfache Speisen sowie Getränke vorbereiten und servieren
- Material und Lagerbestände bewirtschaften, Bestellungen auslösen und kontrollieren
- Gäste empfangen, beraten und bei Anliegen unterstützen
- Administrative Arbeiten im Back-Office erledigen
Ein Tag als Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ
Frühdienst · Alters- und Pflegeheim
- Arbeitsbeginn mit Team-Rapport und Tagesplanung
- Reinigung und Aufbereitung der Bewohnerzimmer im zugeteilten Bereich
- Kurze Pause
- Sortieren, Waschen und Einlegen der Betriebs- und Privatwäsche in der Lingerie
- Mithilfe bei der Vorbereitung und beim Service des Mittagessens
- Mittagspause
- Bügeln und Zusammenlegen von Bett- und Frottierwäsche
- Kontrolle der Warenlieferungen und Auffüllen des Lagers (Economat)
- Reinigung und Kontrolle der öffentlichen Räume
- Übergabe an den Spätdienst und Feierabend
Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.
Arbeitszeiten
Fachpersonen Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ arbeiten häufig im Schichtbetrieb, da Hotels, Spitäler und Heime auch abends, an Wochenenden und an Feiertagen betrieben werden müssen. Üblich sind Früh- und Spätdienste, die im Voraus in einem regelmässigen Schichtplan festgelegt werden, sodass sich die Freizeit trotz unregelmässiger Einsätze planen lässt. In kleineren Betrieben sind die Aufgaben oft vielfältiger und die Arbeitszeiten variabler, während grössere Institutionen häufiger spezialisierte und fixere Einsatzpläne kennen. Teilzeitpensen sind in der Branche verbreitet, insbesondere in der Reinigung und der Wäscherei. Die Arbeitsbelastung kann je nach Saison, Auslastung und Feriensaison schwanken.
Gehalt
Der Lohn einer Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ hängt von der Berufserfahrung, dem Arbeitsort und einer allfälligen Weiterbildung in eine Führungsfunktion ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Bruttolöhne pro Monat auf den verschiedenen Erfahrungsstufen.
| Stufe | Bruttolohn |
|---|---|
| Ausbildung | CHF 1'020-1'550 brutto pro Monat |
| Berufseinstieg | CHF 4'100-4'500 brutto pro Monat |
| Mit einigen Jahren Berufserfahrung | CHF 4'400-5'000 brutto pro Monat |
| In Spezial- oder Führungsfunktion | CHF 5'500-6'800 brutto pro Monat |
Zulagen und Zusatzleistungen
Je nach Betrieb und Einsatzort kommen zum Grundlohn weitere Entschädigungen hinzu, zum Beispiel für:
- Sonn- und Feiertagsarbeit
- Nachtarbeit bei Spätdiensten
- Verpflegung und teilweise Unterkunft als Naturallohn in Hotelbetrieben
- Kleiderentschädigung, falls der Betrieb keine Berufskleidung stellt
Die Angaben sind Richtwerte, die effektiven Löhne können je nach Arbeitgeber, Kanton und allfälligem Gesamtarbeitsvertrag abweichen.
Arbeitskleidung
Die Berufskleidung wird in der Regel vom Arbeitgeber gestellt und häufig auch betriebsintern gewaschen und gepflegt. Sie besteht meist aus pflegeleichten, strapazierfähigen Materialien, die hohen Waschtemperaturen standhalten und sich rasch reinigen lassen. Wichtig sind zudem geschlossene, rutschfeste Schuhe, da viel im Stehen und auf feuchten Böden gearbeitet wird. In der Reinigung und beim Umgang mit Reinigungsmitteln tragen Fachpersonen Hotellerie-Hauswirtschaft zusätzlich Handschuhe zum Schutz der Haut und aus hygienischen Gründen. In Hotelbetrieben mit Gästekontakt legen viele Arbeitgeber zudem Wert auf ein einheitliches, repräsentatives Erscheinungsbild. Zu den genauen Vorgaben je Betrieb liegen keine einheitlichen Schweizer Branchenquellen vor.
Berufsaussichten & Arbeitsmarkt
Ausbildung
Die reguläre berufliche Grundbildung zur Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ dauert 3 Jahre und wird dual absolviert: Der grösste Teil der Ausbildung findet im Lehrbetrieb statt, ergänzt durch rund einen Tag pro Woche Berufsfachschule sowie überbetriebliche Kurse (üK). Die Lernenden wählen einen Schwerpunkt Hotellerie mit vertieften Fremdsprachenkenntnissen oder einen Schwerpunkt Hauswirtschaft mit der Zubereitung einfacher Speisen. Für Personen, die eine kürzere Ausbildung suchen, besteht mit der zweijährigen Grundbildung Praktiker/in Hotellerie-Hauswirtschaft EBA eine Alternative. Erwachsene mit mindestens fünf Jahren einschlägiger Berufserfahrung können den EFZ-Abschluss zudem über die Nachholbildung nach Art. 32 in rund 2 Jahren berufsbegleitend erwerben.
Ausbildungsinstitutionen
Offene Stellen in diesem Beruf
Fachfrau/Fachmann Restaurant oder Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ
BE · Liebefeld · Steinhölzli Bildungswege
So wirst du Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ
Der Zugang zur dreijährigen Grundbildung als Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ erfolgt in der Regel nach der abgeschlossenen obligatorischen Schulzeit, wobei viele Lehrbetriebe eine Standortbestimmung oder ein Schnuppern voraussetzen. Die praktische Ausbildung findet vorwiegend in Grosshaushalten wie Heimen, Spitälern oder Hotel- und Gastronomiebetrieben statt und wird durch den Unterricht an der Berufsfachschule sowie überbetriebliche Kurse ergänzt. Am Ende der Ausbildung steht das eidgenössische Qualifikationsverfahren (QV), das mit dem EFZ abgeschlossen wird. Wer mit Berufsmaturität abschliessen möchte, kann diese begleitend zur Lehre an der Berufsmittelschule erwerben.
Offene Lehrstellen
Anforderungen
- Freude am Kontakt mit Menschen und dienstleistungsorientiertes Auftreten
- Hygienebewusstsein und Sorgfalt
- Organisationstalent und praktisches Geschick
- Bereitschaft für wechselnde Arbeitsorte und Aufgaben im Betrieb
- Diskretion im Umgang mit Gästen, Patientinnen und Bewohnern
- Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit, auch in einer Fremdsprache
Arbeitgeber
Fachpersonen Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ finden Anstellungen in Hotels und Herbergen, Spitälern und Kliniken, Alters- und Pflegeheimen sowie in der Gemeinschaftsgastronomie, etwa in Personalrestaurants oder Tagungszentren. Je nach Grösse der Institution übernehmen sie ein breiteres oder spezialisierteres Aufgabenspektrum, von der Zimmerreinigung über die Wäscherei bis zur Warenbewirtschaftung.
Weiterbildungen & Aufstiegsmöglichkeiten
Der Beruf bietet vielfältige Weiterbildungswege, die von der fachlichen Spezialisierung bis zu Führungspositionen im Facility Management reichen. Wer sich für eine Kaderfunktion interessiert, kann über Berufsprüfungen und höhere Fachschulen bis zur Fachhochschule aufsteigen.
Weitere Wege mit diesem Beruf
Spezialisierung im Fachbereich
Fachpersonen können sich innerhalb der Hauswirtschaft vertiefen, etwa in der Wäscherei und Textilpflege, im Housekeeping oder im Bereich Reinigungstechnik, und dadurch ihre Kernkompetenzen weiter ausbauen.
Berufsprüfung und höhere Fachprüfung
Mit der Berufsprüfung zur Bereichsleiterin oder zum Bereichsleiter Hotellerie-Hauswirtschaft und später der höheren Fachprüfung zur Leiterin oder zum Leiter Hotellerie-Hauswirtschaft eröffnen sich Führungspositionen mit eidgenössischem Fachausweis beziehungsweise Diplom.
Höhere Fachschule und Fachhochschule
Wer weiter in Richtung Betriebsleitung möchte, kann eine höhere Fachschule im Facility Management oder in der Hotellerie besuchen oder mit Berufsmaturität an einer Fachhochschule ein Studium in Facility Management oder International Hospitality Management aufnehmen.
Verkürzte Zweitlehre
Nach dem EFZ ist auch eine verkürzte Zweitlehre möglich, etwa als Restaurantfachmann/-frau EFZ, Koch/Köchin EFZ oder Systemgastronomiefachmann/-frau EFZ, um das Berufsfeld in Richtung Gastronomie zu erweitern.
Aufstiegsmöglichkeiten
- Bereichsleiter/in Hotellerie-Hauswirtschaft
- Leiter/in Housekeeping oder Wäscherei
- Leiter/in Gemeinschaftsgastronomie
- Betriebsleiter/in Facility Management HF
- Facility Manager/in FH
- Hotelier/e-Gastronom/in HF
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zur Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ?
Die reguläre Grundbildung dauert 3 Jahre. Daneben gibt es die zweijährige Vorstufe Praktiker/in Hotellerie-Hauswirtschaft EBA sowie eine zweijährige berufsbegleitende Nachholbildung für Erwachsene mit Berufserfahrung.
Kann ich als Erwachsene oder Erwachsener quereinsteigen?
Ja. Wer mindestens 5 Jahre einschlägige Berufserfahrung mitbringt, kann das EFZ über die Nachholbildung nach Art. 32 berufsbegleitend in rund 2 Jahren erwerben.
Wie viel verdient man nach der Ausbildung?
Der Berufseinstieg liegt gemäss Lohnempfehlung der OdA Hauswirtschaft Schweiz bei rund CHF 4'100-4'500 brutto pro Monat. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung steigt der Lohn, insbesondere in einer Führungsfunktion.
Wo kann ich als Fachperson Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ arbeiten?
Typische Arbeitsorte sind Hotels, Spitäler, Alters- und Pflegeheime sowie Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie. Je nach Institution ist das Aufgabenspektrum breiter oder spezialisierter.
Welche Weiterbildungen sind nach dem EFZ möglich?
Neben Berufsprüfungen wie Bereichsleiter/in Hotellerie-Hauswirtschaft stehen höhere Fachprüfungen, höhere Fachschulen und mit Berufsmaturität auch Fachhochschulstudiengänge offen.