Berufslexikon

Lehrer/-in Vorschul- und Primarstufe PH

Illustration zum Beruf Lehrperson Vorschulstufe und Primarstufe

Lehrpersonen für die Vorschulstufe und Primarstufe begleiten Kinder im Alter von rund vier bis zwölf Jahren durch ihre ersten Schuljahre und legen damit den Grundstein für deren weitere Bildungslaufbahn. Sie unterrichten die Kernfächer wie Deutsch, Mathematik und Natur, Mensch, Gesellschaft und fördern gleichzeitig soziale, sprachliche und motorische Fähigkeiten. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gerne mit Kindern arbeiten, Freude am Vermitteln und Erklären haben und auch in turbulenten Situationen den Überblick behalten. Neben dem Unterrichten gehören Elternarbeit, Beurteilung und die Zusammenarbeit im Schulteam zum Berufsalltag.

Das macht eine Lehrperson Vorschulstufe und Primarstufe

Lehrpersonen für die Vorschulstufe und Primarstufe planen, gestalten und halten den Unterricht in mehreren Fächern für ihre Klasse. Sie passen den Stoff an unterschiedliche Lernvoraussetzungen an und fördern sowohl leistungsstarke als auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Beobachtung und Beurteilung der Lernentwicklung sowie das Führen von Elterngesprächen. Sie arbeiten eng mit weiteren Lehrpersonen, der Schulleitung, schulischen Diensten wie Logopädie oder schulischer Heilpädagogik sowie mit den Eltern zusammen. Ausserhalb der Unterrichtszeit bereiten sie Lektionen vor, korrigieren Arbeiten und nehmen an Schulanlässen wie Lagern oder Projektwochen teil.

Typische Aufgaben

  • Unterricht in Kernfächern wie Deutsch, Mathematik und Natur, Mensch, Gesellschaft planen und durchführen
  • Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler beobachten, dokumentieren und beurteilen
  • Elterngespräche führen und über die Entwicklung des Kindes informieren
  • Mit schulischen Diensten wie Logopädie, schulischer Heilpädagogik oder Schulsozialarbeit zusammenarbeiten
  • Unterrichtsmaterialien vorbereiten und Lernkontrollen korrigieren
  • An Schulanlässen wie Projektwochen, Ausflügen oder Klassenlagern mitwirken

Ein Tag als Lehrperson Vorschulstufe und Primarstufe

Vollzeit-Klassenlehrperson mit Vor- und Nachmittagsunterricht · Öffentliche Primarschule

  1. Unterrichtsmaterial vorbereiten und Schulzimmer für den Tag herrichten
  2. Klasse empfangen und Morgenkreis durchführen
  3. Unterricht in Deutsch mit Schwerpunkt Lesen und Rechtschreibung
  4. Pause mit Aufsicht auf dem Pausenplatz
  5. Unterricht in Mathematik mit individuellen Fördersequenzen
  6. Mittagspause
  7. Unterricht in Natur, Mensch, Gesellschaft mit Projektarbeit
  8. Bewegungs- und Sportunterricht in der Turnhalle
  9. Schulschluss, Aufräumen und Übergabe an die Tagesstruktur
  10. Korrektur von Hausaufgaben und Lernkontrollen
  11. Vorbereitung des nächsten Schultags oder Sitzung im Schulteam

Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.

Arbeitszeiten

Lehrpersonen werden nicht nach Stunden, sondern nach Wochenlektionen angestellt, ein Vollpensum umfasst je nach Kanton und Stufe rund 28 bis 29 Lektionen à 45 Minuten. Der sogenannte Berufsauftrag umfasst neben dem eigentlichen Unterricht auch Zeit für Vorbereitung, Korrekturen, Zusammenarbeit im Team und Weiterbildung, wobei die Unterrichtszeit rund 60 bis 85 Prozent des Pensums ausmacht. Teilzeitarbeit ist im Beruf sehr verbreitet, viele Lehrpersonen unterrichten in einem Pensum zwischen 40 und 90 Prozent, teils im Jobsharing mit einer Kollegin oder einem Kollegen. Die Arbeitszeit richtet sich nach dem Stundenplan der Schule und den Schulferien, ausserhalb der Unterrichtszeit lässt sich die Vor- und Nachbereitung flexibler einteilen.

Gehalt

Der Lohn einer Lehrperson richtet sich nach der kantonalen Lohnskala, dem Beschäftigungsgrad und der Berufserfahrung und unterscheidet sich je nach Kanton teilweise deutlich.

Stufe Bruttolohn
Ausbildung
Berufseinstieg CHF 6'400-7'000 brutto pro Monat
Mit einigen Jahren Berufserfahrung CHF 7'800-9'200 brutto pro Monat
In Spezial- oder Führungsfunktion CHF 9'500-12'700 brutto pro Monat

Zulagen und Zusatzleistungen

Neben dem Grundlohn sind je nach Kanton und Gemeinde folgende Zulagen möglich:

  • Klassenlehrer-Zulage für die Übernahme einer Klassenverantwortung
  • Funktionszulage für Aufgaben wie Praxislehrperson oder Fachkoordination
  • Ortszulage in Gemeinden mit hohen Lebenshaltungskosten
  • Kinder- und Familienzulagen gemäss kantonalem Recht
  • 13. Monatslohn

Die Angaben sind Richtwerte, die effektive Entlöhnung hängt stark vom Kanton, der Gemeinde und dem kantonalen Besoldungsdekret ab.

Arbeitskleidung

Für Lehrpersonen gibt es keine vorgeschriebene Berufskleidung, sie tragen im Schulalltag ihre eigene, gepflegte und alltagstaugliche Kleidung. Wichtig ist, dass die Kleidung bequem ist und Bewegungsfreiheit für Aktivitäten mit den Kindern erlaubt, etwa beim Sitzen am Boden, Basteln oder bei Pausenaufsichten im Freien. Für den Sportunterricht wird zweckmässige Sportkleidung benötigt, für Werken oder textiles Gestalten kann eine Schürze sinnvoll sein. Zusätzliche persönliche Schutzausrüstung ist im normalen Schulbetrieb in der Regel nicht erforderlich.

Berufsaussichten & Arbeitsmarkt

Ausbildung

Der Weg zur Lehrperson Vorschulstufe und Primarstufe führt über ein Bachelorstudium an einer Pädagogischen Hochschule mit 180 ECTS-Punkten. Das Vollzeitstudium dauert 3 Jahre, das Teilzeitstudium mindestens 4 Jahre, wobei ein hoher Praxisanteil von rund 20 bis 30 Prozent der Ausbildungszeit auf Praktika in Schulen entfällt. Einige Pädagogische Hochschulen bieten zudem eine Studienvariante mit integriertem Berufseinstieg an, bei der ab dem dritten Jahr eine bezahlte Unterrichtstätigkeit an einer Partnerschule geleistet wird. Für Berufserfahrene ab 30 Jahren ohne gymnasiale Maturität besteht die Möglichkeit eines Quereinstiegs über ein sogenanntes Admission-sur-dossier-Verfahren.

Ausbildungsinstitutionen

Arbeitsmarktlage

Der Bedarf an Lehrpersonen ist in vielen Kantonen der Schweiz hoch, zahlreiche Schulen suchen aktiv nach qualifiziertem Personal, wodurch die Berufsaussichten insgesamt als gut eingeschätzt werden.

Offene Stellen in diesem Beruf

So wirst du Lehrperson Vorschulstufe und Primarstufe

Der Zugang zum Bachelorstudium an einer Pädagogischen Hochschule erfolgt in der Regel über eine gymnasiale Maturität oder eine Fachmaturität Pädagogik, beide berechtigen zur prüfungsfreien Zulassung. Wer eine Berufsmaturität besitzt, kann sich über die Ergänzungsprüfung Passerelle qualifizieren, wer einen Fachmittelschulausweis oder ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis mit Berufserfahrung mitbringt, wird nach einer Aufnahmeprüfung zugelassen. Das anschliessende Studium dauert im Vollzeitmodus 3 Jahre und kombiniert fachwissenschaftliche, didaktische und erziehungswissenschaftliche Module mit einem hohen Anteil an Berufspraxis. Berufserfahrene Personen ab 30 Jahren können unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne gymnasiale Maturität über einen Quereinstieg ins Studium einsteigen.

Offene Praktikumsstellen

Anforderungen

  • Freude am Umgang mit Kindern und Interesse an deren Entwicklung
  • Pädagogisches Geschick und Geduld im Schulalltag
  • Gute Selbstorganisation für Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen
  • Kommunikationsfähigkeit im Austausch mit Eltern und im Schulteam
  • Belastbarkeit und Ruhe auch in turbulenten Situationen
  • Kreativität in der Gestaltung von abwechslungsreichem Unterricht

Arbeitgeber

Hauptarbeitgeber sind die Gemeinden und Kantone als Trägerschaften der öffentlichen Volksschulen, an denen die meisten Lehrpersonen für die Vorschul- und Primarstufe angestellt sind. Daneben bieten auch Privatschulen und Tagesschulen mit erweitertem Betreuungsangebot Anstellungsmöglichkeiten.

Weiterbildungen & Aufstiegsmöglichkeiten

Der Beruf bietet vielfältige Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten, die auf mehrjähriger Berufserfahrung aufbauen. Je nach persönlichem Interesse führen die Wege in Richtung Spezialisierung, Führung oder ein weiterführendes Studium.

Weitere Wege mit diesem Beruf

Spezialisierung im Unterricht

Lehrpersonen können sich zur Praxislehrperson weiterbilden und Studierende der Pädagogischen Hochschule in der Praxis begleiten, oder sich auf Bereiche wie Deutsch als Zweitsprache oder Begabtenförderung spezialisieren.

Führung und Schulleitung

Mit dem Weiterbildungslehrgang Schulen leiten übernehmen Lehrpersonen die Gesamtverantwortung für eine Schule als Schulleiterin oder Schulleiter.

Weiterführendes Studium

Ein Masterstudium in Schulischer Heilpädagogik oder Sonderpädagogik ermöglicht den Wechsel in die integrative Förderung, ein Fachdidaktik-Master eröffnet den Weg in die Dozentur an einer Pädagogischen Hochschule.

Aufstiegsmöglichkeiten

  • Schulleiterin oder Schulleiter
  • Praxislehrperson für die Ausbildung von Studierenden
  • Schulische Heilpädagogin oder Heilpädagoge
  • Fachkoordinatorin oder Fachkoordinator innerhalb der Schule
  • Dozentin oder Dozent an einer Pädagogischen Hochschule
  • Fachperson in der kantonalen Bildungsverwaltung

Häufige Fragen

Welche Vorbildung brauche ich für das Studium?

In der Regel eine gymnasiale Maturität oder eine Fachmaturität Pädagogik, diese berechtigen zur prüfungsfreien Zulassung. Mit einer Berufsmaturität ist die Zulassung über die Ergänzungsprüfung Passerelle möglich, mit anderen Abschlüssen über eine Aufnahmeprüfung.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Das Bachelorstudium dauert im Vollzeitmodus 3 Jahre und umfasst 180 ECTS-Punkte. Im Teilzeitmodus dauert es mindestens 4 Jahre.

Wie viel verdient eine Lehrperson beim Berufseinstieg?

Der Einstiegslohn liegt je nach Kanton bei rund CHF 6'400 bis 7'000 brutto pro Monat. Mit Berufserfahrung und in Kantonen mit höheren Lohnskalen kann er deutlich höher liegen.

Ist ein Quereinstieg in den Lehrberuf möglich?

Ja, Berufserfahrene ab 30 Jahren können unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne gymnasiale Maturität über spezielle Studienmodelle einsteigen. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich von Pädagogischer Hochschule zu Pädagogischer Hochschule.

Kann ich als Lehrperson Teilzeit arbeiten?

Ja, Teilzeitarbeit ist im Beruf sehr verbreitet und wird von vielen Schulen aktiv ermöglicht, teils auch im Jobsharing mit einer Kollegin oder einem Kollegen.

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