Berufslexikon
Köchin/Koch EFZ
Köchin/Koch EFZ ist ein handwerklicher Beruf, bei dem täglich Mahlzeiten für eine feste Gruppe von Menschen zubereitet werden, zum Beispiel für Bewohnende eines Alters- oder Pflegeheims oder für Patientinnen und Patienten eines Spitals. Im Zentrum steht die Zubereitung von ausgewogenen, schmackhaften und auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmten Gerichten, häufig inklusive Spezial- und Schonkost. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gerne im Team arbeiten, Freude am Kochen für grössere Gruppen haben und Verantwortung für die tägliche Verpflegung von teils pflegebedürftigen Menschen übernehmen möchten. Im Unterschied zur klassischen Restaurantküche liegt der Fokus weniger auf einer wechselnden Karte, dafür stärker auf Planung, Struktur und Rücksicht auf individuelle Ernährungsbedürfnisse. Wer in einer Institution der Sozial- und Gesundheitsbranche kocht, trägt einen direkten Beitrag zum Wohlbefinden von Menschen bei, die auf eine verlässliche und liebevolle Verpflegung angewiesen sind.
Das macht eine Kochfachperson EFZ in einer Institution
Kochfachpersonen EFZ bereiten in Alters-, Pflege- und weiteren Institutionen kalte und warme Mahlzeiten für eine grössere, oft täglich gleichbleibende Gruppe von Menschen zu. Sie planen Menüs über mehrere Wochen im Voraus, bestellen und kontrollieren die benötigten Lebensmittel und lagern diese fachgerecht. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Umsetzung von Spezialkost wie salzarmer, pürierter oder diabetesgerechter Ernährung, die eng mit der Pflege oder der Ernährungsberatung abgesprochen wird. Beim Kochen, Anrichten und Ausliefern der Speisen achten sie streng auf Hygienevorschriften, da die Gäste einer Institution oft besonders empfindlich auf Keime reagieren. Daneben gehören die Reinigung der Küche, die Pflege der Geräte und die Mitarbeit bei der Ausbildung von Lernenden zum Berufsalltag.
Typische Aufgaben
- Menüpläne erstellen und Diätvorgaben der Bewohnenden oder Patientinnen und Patienten umsetzen
- Warme und kalte Mahlzeiten für grössere Personengruppen zubereiten
- Lebensmittel bestellen, Qualität prüfen und fachgerecht lagern
- Hygiene- und Sicherheitsvorschriften in der Küche einhalten und dokumentieren
- Speisen portionieren, anrichten und über Tablett- oder Wagensystem ausliefern
- Mit Pflege, Ernährungsberatung und Hauswirtschaft bei Sonderkost zusammenarbeiten
Ein Tag als Kochfachperson EFZ
Frühdienst · Alters- und Pflegeheim
- Arbeitsbeginn, Küche vorbereiten und Frühstück für die Bewohnenden anrichten
- Frühstück ausgeben und erste Reinigungsarbeiten erledigen
- Wareneingang kontrollieren und Lebensmittel für den Tag bereitstellen
- Mittagsmenü inklusive Spezial- und Schonkost vorbereiten und kochen
- Mittagessen fertigstellen und für den Speisesaal oder das Tablettsystem portionieren
- Mittagessen ausgeben und Rückfragen zu Diätwünschen klären
- Mittagspause
- Küche und Geschirr reinigen sowie Bestellungen für den nächsten Tag vorbereiten
- Zvieri oder Vorbereitungen für das Abendessen der Spätschicht übergeben
- Arbeitsende des Frühdienstes
Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.
Arbeitszeiten
In Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern wird an sieben Tagen die Woche gekocht, weshalb Kochfachpersonen EFZ regelmässig auch am Wochenende und an Feiertagen im Einsatz stehen. Üblich ist ein Schichtbetrieb mit Früh- und Spätdienst, während echte Nachtschichten in der Küche selten sind. Die wöchentliche Arbeitszeit liegt meist bei 41 bis 42 Stunden, wobei Teilzeitpensen ab etwa 60 Prozent in vielen Institutionen möglich sind. Freie Tage werden im Rotationsplan über mehrere Wochen im Voraus festgelegt, damit die Verpflegung der Bewohnenden lückenlos sichergestellt ist.
Gehalt
Der Lohn als Kochfachperson EFZ hängt von der Berufserfahrung, der Grösse und Trägerschaft der Institution sowie vom anwendbaren Gesamtarbeitsvertrag oder kantonalen Lohnsystem ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Bruttolöhne pro Monat als Orientierung.
| Stufe | Bruttolohn |
|---|---|
| Ausbildung | CHF 700-1'400 brutto pro Monat |
| Berufseinstieg | CHF 4'500-4'800 brutto pro Monat |
| Mit einigen Jahren Berufserfahrung | CHF 4'800-5'500 brutto pro Monat |
| In Spezial- oder Führungsfunktion | CHF 5'800-7'000 brutto pro Monat |
Zulagen und Zusatzleistungen
Zusätzlich zum Grundlohn sind in Institutionen der Sozial- und Gesundheitsbranche häufig Zulagen üblich, zum Beispiel für:
- Sonntags- und Feiertagsarbeit
- Wochenenddienste im Rotationsplan
- Vergünstigte oder kostenlose Verpflegung während der Arbeitszeit
- Beiträge an berufsspezifische Weiterbildungen
Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Institution, Kanton und anwendbarem Gesamtarbeitsvertrag oder Lohnsystem abweichen.
Arbeitskleidung
Die Arbeitskleidung wird in der Regel von der Institution gestellt und regelmässig professionell gewaschen. Dazu gehören eine helle Kochjacke, eine Kochhose, eine Schürze sowie rutschfeste, geschlossene Schuhe, die vor Verbrennungen und Ausrutschen schützen. Aus Hygienegründen wird in der Küche zudem eine Kopfbedeckung oder ein Haarnetz getragen, Schmuck an Händen und Handgelenken ist meist nicht erlaubt. Je nach Tätigkeit kommen zusätzliche Schutzausrüstungen wie Schnittschutzhandschuhe oder Hitzeschutzhandschuhe zum Einsatz. Die Kleidung muss strapazierfähig, atmungsaktiv und leicht zu reinigen sein, da in der Küche mit Hitze, Feuchtigkeit und wechselnden Temperaturen gearbeitet wird.
Berufsaussichten & Arbeitsmarkt
Ausbildung
Die reguläre Grundbildung zur Köchin oder zum Koch EFZ dauert 3 Jahre und wird dual absolviert, das heisst mit praktischer Ausbildung im Lehrbetrieb, Unterricht an der Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen. Wer bereits eine EBA-Lehre als Küchenangestellte/r abgeschlossen hat, kann direkt in das zweite Lehrjahr der EFZ-Ausbildung einsteigen. Erwachsene mit mindestens 5 Jahren einschlägiger Berufspraxis, davon 3 Jahre als Koch oder Köchin, können den Abschluss über eine 2-jährige berufsbegleitende Nachholbildung nach Art. 32 BBV erlangen.
Ausbildungsinstitutionen
- GIBZ Gewerblich-industrielles Bildungszentrum Zug Zug
- Berufsbildungszentrum Baselland (Standorte Liestal, Muttenz, Pratteln) Liestal, Muttenz, Pratteln
- Allgemeine Berufsschule Zürich (ABZ) Zürich
- EBZ Erwachsenenbildungszentrum, Berufsbildungszentrum Solothurn-Grenchen (Nachholbildung Art. 32 BBV) Solothurn
- Hotel & Gastro formation Schweiz, nationales Kompetenzzentrum für die Branche Weggis
Offene Stellen in diesem Beruf
So wirst du Kochfachperson EFZ
Der Weg zur Kochfachperson EFZ beginnt mit der abgeschlossenen obligatorischen Schulzeit und häufig einer Schnupperlehre in einer Institutionsküche, zum Beispiel in einem Alters- oder Pflegeheim. Die Lehrstelle wird direkt beim Lehrbetrieb gesucht, eine Aufnahmeprüfung ist in der Regel nicht nötig. Während der 3-jährigen dualen Ausbildung wechseln sich Praxiseinsätze im Betrieb, Unterricht an der Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse ab. Am Ende der Lehre steht das Qualifikationsverfahren, das mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ abgeschlossen wird. Für den Einstieg in eine Institutionsküche sind zusätzlich Interesse an Ernährungsfragen und ein sorgfältiger Umgang mit Sonderkost von Vorteil.
Offene Lehrstellen
Anforderungen
- Freude am Kochen für grössere Personengruppen
- Körperliche Fitness für Arbeit im Stehen, Heben und in der Hitze der Küche
- Ausgeprägter Sinn für Hygiene und Sauberkeit
- Guter Geschmacks- und Geruchssinn
- Organisationstalent und Fähigkeit, Abläufe zeitlich zu planen
- Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse älterer oder pflegebedürftiger Menschen
Arbeitgeber
Kochfachpersonen EFZ mit Fokus auf die Sozial- und Gesundheitsbranche arbeiten vor allem in Alters- und Pflegeheimen, Spitälern und Kliniken sowie in Wohn- und Werkheimen für Menschen mit Beeinträchtigung. Auch Institutionen der Langzeitpflege und der Betreuung mit eigener Grossküche gehören zu den typischen Arbeitgebern. Die Grösse der Küchenteams reicht von kleinen Heimküchen bis zu grossen Betrieben, die mehrere Hundert Mahlzeiten täglich zubereiten.
Weiterbildungen & Aufstiegsmöglichkeiten
Der Beruf Kochfachperson EFZ bietet vielfältige Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, sowohl fachlich vertiefend als auch in Richtung Führung. Besonders für die Arbeit in Institutionen ist eine Spezialisierung auf Ernährung und Diätküche gefragt.
Weitere Wege mit diesem Beruf
Spezialisierung auf Diät- und Ernährungsküche
Mit der Berufsprüfung zum Diätkoch oder zur Diätköchin BP vertiefst du dein Wissen rund um Schon-, Diät- und Sonderkost, ein zentrales Thema in Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern.
Führung in der Küche
Über die Berufsprüfung zum Küchenchef oder zur Küchenchefin BP oder die höhere Fachprüfung als Leiter oder Leiterin Gemeinschaftsgastronomie HFP übernimmst du Verantwortung für ein ganzes Küchenteam.
Betriebswirtschaftliche Weiterbildung
Mit der höheren Fachprüfung zum Gastro-Unternehmer oder zur Gastro-Unternehmerin HFP oder einer Ausbildung zum Hotelier oder zur Hotelierin-Gastronom/in HF öffnest du dir den Weg in die Leitung von Verpflegungsbetrieben ganzer Institutionen.
Aufstiegsmöglichkeiten
- Chef de Partie in einer grösseren Küchenbrigade
- Stellvertretende Küchenchefin oder stellvertretender Küchenchef
- Küchenchefin oder Küchenchef einer Institution
- Bereichsleitung Hotellerie und Verpflegung
- Berufsbildnerin oder Berufsbildner für Lernende in der Küche
- Leitung Gemeinschaftsgastronomie für mehrere Standorte
Häufige Fragen
Braucht es eine spezielle Zusatzausbildung, um in einem Altersheim zu kochen?
Nein, die reguläre Ausbildung als Köchin oder Koch EFZ reicht für den Einstieg. Für die Arbeit mit Spezialkost lohnt sich später oft eine Weiterbildung zum Diätkoch oder zur Diätköchin BP.
Kann ich die Ausbildung auch als Erwachsene oder Erwachsener nachholen?
Ja, wer mindestens 5 Jahre Berufspraxis hat, davon 3 Jahre als Koch oder Köchin, kann die Nachholbildung nach Art. 32 BBV berufsbegleitend in 2 Jahren absolvieren.
Wie hoch ist der Lohn als Kochfachperson EFZ in einer Institution?
Der Einstiegslohn liegt meist zwischen CHF 4'500 und 4'800 brutto pro Monat, mit Berufserfahrung oder in einer Führungsfunktion steigt er entsprechend an. Die genaue Höhe hängt von der Institution und dem anwendbaren Lohnsystem ab.
Muss man in einem Altersheim auch am Wochenende arbeiten?
Ja, weil die Verpflegung der Bewohnenden an sieben Tagen die Woche sichergestellt sein muss, gehören Wochenend- und Feiertagsdienste im Rotationsplan zum Berufsalltag.
Was unterscheidet die Arbeit in einer Institutionsküche von einem Restaurant?
In Institutionen steht weniger eine wechselnde Karte im Vordergrund, dafür mehr die sorgfältige Planung fester Menüs und die Umsetzung individueller Diätvorgaben für eine grössere, oft gleichbleibende Personengruppe.