Fachliche Spezialisierung
Zusätzliche Nachdiplomstudien oder Zertifikatslehrgänge, zum Beispiel in der pädiatrischen Intensivpflege, im Bereich ECMO-Therapie oder in der Notfall- und Anästhesiepflege, vertiefen dein Fachwissen weiter.
Als Fachperson Intensivpflege NDS HF übernimmst du die Pflege und Betreuung von Patientinnen und Patienten in akut lebensbedrohlichen oder anhaltend kritischen Gesundheitszuständen auf einer Intensivstation. Du überwachst und stabilisierst die Vitalfunktionen, bedienst komplexe medizintechnische Geräte und führst pflegerische wie medizinisch-technische Massnahmen selbstständig sowie in ärztlicher Delegation durch. Dabei arbeitest du eng mit Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Fachpersonen im interprofessionellen Team zusammen und begleitest auch die Angehörigen in einer für sie äusserst belastenden Ausnahmesituation. Der Beruf eignet sich für erfahrene, diplomierte Pflegefachpersonen, die hohe fachliche und persönliche Anforderungen suchen, rasch und überlegt handeln können und auch unter Druck den Überblick behalten. Die Weiterbildung baut auf einer abgeschlossenen Grundausbildung in der Pflege auf und führt zum eidgenössisch anerkannten Titel dipl. Expertin beziehungsweise dipl. Experte Intensivpflege NDS HF.
Auf der Intensivstation betreust du Menschen aller Altersgruppen, die sich in einer akut lebensbedrohlichen oder anhaltend kritischen gesundheitlichen Situation befinden und häufig mehrere schwere Erkrankungen gleichzeitig aufweisen. Du überwachst kontinuierlich die Vitalfunktionen, erkennst Veränderungen frühzeitig und leitest bei Bedarf selbstständig lebenserhaltende Massnahmen ein. Der fachgerechte Einsatz und die Überwachung von medizintechnischen Geräten wie Beatmungsgeräten, Dialysesystemen oder Kreislaufunterstützungssystemen gehören ebenso zu deinem Alltag wie das Verabreichen und Steuern von Medikamenten in ärztlicher Delegation. Du koordinierst die Pflege- und Behandlungsprozesse im interdisziplinären Team und triffst in deinem Kompetenzbereich eigenverantwortliche Entscheidungen. Angehörige begleitest du einfühlsam durch eine emotional intensive Ausnahmesituation und stehst ihnen erklärend und unterstützend zur Seite. Zudem dokumentierst du den Pflegeverlauf sorgfältig und trägst so zur Qualität und Sicherheit der Behandlung bei.
Frühdienst · Intensivstation eines Akutspitals
Hinweis: Der dargestellte Tagesablauf ist ein Beispiel und dient zur Orientierung. Je nach Institution, Einsatzbereich und konkreter Situation kann der tatsächliche Arbeitsalltag davon abweichen.
Intensivstationen sind rund um die Uhr besetzt, weshalb du im Schichtbetrieb mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten sowie regelmässigen Wochenend- und Feiertagseinsätzen arbeitest. Ein Vollzeitpensum umfasst in der Regel 41 bis 42 Wochenstunden, viele Institutionen bieten aber auch Teilzeitanstellungen an, um die hohe Arbeitsbelastung besser zu verteilen. Während des berufsbegleitenden Nachdiplomstudiums wechseln sich reguläre Diensteinsätze auf der Intensivstation mit Theorieblöcken bei der Bildungsinstitution ab, was eine sorgfältige Planung von Arbeitszeit und Studium erfordert. Nach Abschluss der Weiterbildung gilt grundsätzlich das gleiche Schichtmodell wie für diplomierte Pflegefachpersonen auf der Intensivstation.
Während des Nachdiplomstudiums bist du weiterhin regulär als Pflegefachperson auf der Intensivstation angestellt, ein gesonderter Ausbildungslohn wie bei einer Lehre besteht nicht. Nach Abschluss hängt der Lohn von Berufserfahrung, Institution, Kanton und einer allfälligen Spezial- oder Führungsfunktion ab.
| Stufe | Bruttolohn |
|---|---|
| Ausbildung | CHF 6'500-7'500 brutto pro Monat |
| Berufseinstieg | CHF 7'200-7'800 brutto pro Monat |
| Mit einigen Jahren Berufserfahrung | CHF 7'800-8'800 brutto pro Monat |
| In Spezial- oder Führungsfunktion | CHF 9'000-10'500 brutto pro Monat |
Zusätzlich zum Grundlohn sind je nach Institution und Gesamtarbeitsvertrag folgende Zulagen üblich:
Die Angaben sind Richtwerte und können je nach Arbeitgeber, Kanton und Gesamtarbeitsvertrag abweichen.
Die Berufskleidung wird dir vom Spital gestellt und in der Regel von einer betriebseigenen oder externen Wäscherei gereinigt. Auf der Intensivstation trägst du meist einen Kasack mit Hose aus pflegeleichtem, strapazierfähigem Material, das häufigen Wechseln und hohen Waschtemperaturen standhält. Aus Hygienegründen wechselst du die Kleidung bei Bedarf mehrmals pro Schicht, insbesondere bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder in Isolationssituationen. Je nach Situation ergänzt du die Grundausstattung mit zusätzlicher Schutzkleidung wie Einweghandschuhen, Schutzkitteln, Atemschutzmasken oder Visieren. Rutschfeste, geschlossene Berufsschuhe gehören ebenfalls zur vorgeschriebenen Ausstattung. Private Kleidung wird in der Regel in einer Garderobe verstaut, da die Berufskleidung die Station nicht verlässt.
Das Nachdiplomstudium NDS HF Intensivpflege dauert bei einem Vollzeitpensum von 100 Prozent zwei Jahre und wird berufsbegleitend absolviert, bei reduziertem Pensum verlängert sich die Studiendauer entsprechend. Es setzt sich aus Theorieblöcken bei einer anerkannten Bildungsinstitution und praktischer Ausbildung am Lernort Praxis auf einer anerkannten Intensivstation zusammen und orientiert sich gesamtschweizerisch am Rahmenlehrplan Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege, dessen Trägerschaft bei OdASanté liegt. Die Bildungsanbieter werden durch ein Anerkennungsverfahren des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation überprüft. Das Studium schliesst mit einer Diplomarbeit sowie einer mündlichen und praktischen Prüfung ab und führt zum eidgenössisch anerkannten Diplom NDS HF.
Der Weg zur Fachperson Intensivpflege NDS HF setzt eine abgeschlossene Ausbildung als dipl. Pflegefachperson HF oder ein Bachelor of Science in Pflege FH voraus, ergänzt durch mindestens sechs Monate Berufserfahrung in der Akutpflege eines Spitals. Für die Zulassung brauchst du zudem eine Anstellung von mindestens 80 Prozent auf einer anerkannten Intensivstation, da Theorie und Praxis während der gesamten Weiterbildung eng miteinander verzahnt sind. Das berufsbegleitende Nachdiplomstudium NDS HF dauert bei einem Vollzeitpensum zwei Jahre und wird bei einem Bildungsanbieter sowie am Lernort Praxis auf der Intensivstation absolviert. Es orientiert sich am gesamtschweizerischen Rahmenlehrplan Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege und schliesst mit einer Diplomarbeit sowie einer mündlichen und praktischen Prüfung ab. Nach bestandenem Diplomexamen trägst du den eidgenössisch anerkannten Titel dipl. Expertin beziehungsweise dipl. Experte Intensivpflege NDS HF.
Fachpersonen Intensivpflege NDS HF arbeiten hauptsächlich in Universitäts-, Kantons- und Regionalspitälern mit eigener Intensivstation sowie in spezialisierten Kliniken. Je nach Institution sind auch Einsätze auf spezialisierten Abteilungen wie der Herz-, Neuro- oder Kinderintensivpflege möglich.
Nach dem Abschluss als Fachperson Intensivpflege NDS HF stehen dir verschiedene Wege offen, um dich fachlich zu vertiefen oder in Führung, Lehre und Wissenschaft weiterzuentwickeln. Viele Institutionen unterstützen diesen nächsten Schritt aktiv, etwa durch interne Weiterbildungsangebote oder finanzielle Beteiligung.
Zusätzliche Nachdiplomstudien oder Zertifikatslehrgänge, zum Beispiel in der pädiatrischen Intensivpflege, im Bereich ECMO-Therapie oder in der Notfall- und Anästhesiepflege, vertiefen dein Fachwissen weiter.
Mit einem Nachdiplomstudium oder CAS in Pflegemanagement übernimmst du Führungsverantwortung, etwa als stellvertretende Stationsleitung oder Stationsleitung einer Intensivstation.
Als Berufsbildnerin oder Berufsbildner begleitest du Studierende während des Nachdiplomstudiums oder unterrichtest an einer Höheren Fachschule.
Ein Bachelor- oder Masterstudium in Pflegewissenschaft an einer Fachhochschule ermöglicht dir eine Laufbahn als klinische Fachexpertin oder Advanced Practice Nurse sowie den Einstieg in Forschung und Lehre.
Zugelassen sind diplomierte Pflegefachpersonen HF oder Personen mit einem Bachelor of Science in Pflege FH, die mindestens sechs Monate Berufserfahrung in der Akutpflege eines Spitals mitbringen. Zusätzlich brauchst du während des Studiums eine Anstellung auf einer anerkannten Intensivstation.
Bei einem Vollzeitpensum von 100 Prozent dauert das berufsbegleitende Studium zwei Jahre. Bei einem reduzierten Pensum verlängert sich die Studiendauer entsprechend.
Ja, die Zulassung setzt eine Anstellung von mindestens 80 Prozent auf einer anerkannten Intensivstation voraus, da Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt sind.
Direkt nach Abschluss bewegt sich der Bruttolohn meist zwischen CHF 7'200 und 7'800 pro Monat, mit Berufserfahrung oder in einer Spezial- beziehungsweise Führungsfunktion steigt er deutlich an.
Nein, die Weiterbildung baut zwingend auf einer abgeschlossenen Grundausbildung als Pflegefachperson HF oder FH auf und kann nicht ohne diese Vorbildung begonnen werden.